Testbericht zur neuen V3 von Phoenix-fly

 

Phoenix-fly hat seine bekannte Vampire Reihe jetzt um die V3
erweitert. Ich konnte ja bereits im vergangenen Jahr immer wie-
der den Prototypen VX springen und dort bereits die Änderun-
gen gegenüber der V2 sehen. Die jetzt erscheinende Vampire V3
ist aber nach meinem Empfinden nicht nur eine Verbesserung
sondern eine Innvation!
Im frühen Dezember erreichte mich bereits meine V3 und es
blieb nix anderes übrig, als in die Schweiz zu fahren um den Suit
dort zu testen.
Aber zunächst einmal zu den wirklich nenneswerten Änderungen
des Suits.
Sofort auffallend sind die wesentlich größeren Armflügel und der
längere Beinflügel der auch mit einer weiteren Beinspreizung
einhergeht.

 

Die großen Flügel haben zur Folge
daß der Springer längere sticks
halten muß um den armwing bis in
die Spitze eine gute Figur machen
zu lassen.
Meine erste Vermutung war auch,
daß das eine verdammt anstren-
gende Geschichte werden wird.
Allerdings ist dem nicht so!
Das neue airsystem im Flügel ist
in sich geschlossen und ermöglicht
nur an einer Stelle den Eintritt von
Luft! Nirgends befindet sich Gaze,

 

oder eine Verbindung zum body, wo sie entweichen könnte. Le-
diglich der inlet läßt eine Befüllung zu und da haben wir die nächste
Neuerung.
Das inlet befindet sich nicht mehr auf der Schulter, sondern auf der
Unterseite des Flügels. Dies ist dem erhöhten Druck bei schnellem
Flug geschuldet und bewirkt ein fast festes Stehen des Flügels ähnlich
einer Luftmatraze. Der Flügel bekommt so von ganz alleine einen
guten shape und es vereinfacht das halten der Flügel und der überlan-
gen sticks immens!

 

 

Hinzu kommen die foamies(Schaumelemente) die in die Arme
eingearbeitet wurden.
Im ersten Moment erscheinen sie einem beengend, jedoch
machen sie wirklich Sinn. Wo sonst je nach Fluhaltung Falten an
der Vorderkannte des Armflügels entstehen, sorgen sie für eine
glatte runde Kante die aerodynamisch für einen guten und wirbel-
freien airflow sorgt. Genau wie beim Flugzeug

 

Und letztlich rücken sie einen auch so ein wenig im
Suit zurecht. Schulter rollen und Ellenbogen nach vorne
drehen, erscheinen hier als kaum mehr nötig.

 

 

 

 

 

Der größere Beinflügel ragt nicht nur wieder über die Füße
hinaus, was die Länge angeht, sondern er ist auch weiter
gespreizt um mehr Fläche zu bekommen. Allerdings ist auch
der Beinflügel in sich geschlossen und funktioniert von der
Befüllung her hervorragend. Die Stabis tun ihr bestes und ich
konnte bereits beim ersten Flug kein schlagen des Beinflügels
verzeichnen!

 

 

 

 

 

 

Hinzu kommt, daß die Beine und booties wesentlich schlanker an-
gelegt sind um auch hier jegliches flattern von Stoff oder schlagen
zu verhindern um die Aerodynamik zu unterstützen.
Das macht es beim Anlegen des Suits ein wenig umständlicher,
macht aber Sinn und letztlich wollen wir den Suit ja fliegen und
nicht damit spazieren gehen.

 

 

 

 

 

Aufgrund der veränderten Armflügel, deren Ansatz am Bein weiter nach unten geht, liegt die legpouch mit dem Pilotchute nicht mehr im sichtbaren Bereich.

Bisher war das genau auf der Seite des Beines.
Die legpouch ist jetzt bauartbedingt, zwar immernoch eine legpouch, aber sie ist nach hinten
verlegt worden und befindet sich jetzt hinter dem Flügelansatz und Beinzipper

Die Position ist aber nach einigem betrachten logisch
gewählt und mit gestrecktem Arm eigentlich nicht zu
verfehlen. Nach einigen Scheingriffen trifft man den PC
zielgenau, auch wenn man ihn nicht mehr sehen kann.
Der Flügelansatz am Bein ist zusätzlich so geschnitten, daß
er den PC in der legpouch nicht verdeckt.
Auf den Fotos habe ich den PC mal absichtlich weiter
raushängen lassen damit man besser sieht wo hier alles
sitzt.
Das Flugzeug sollte man so NICHT besteigen!

 

Eine absolute Neuerung ist das System wie das zipper build-in-system
Gurtzeug in den Suit gebaut wird. Hier wird alles
über ein Zippersystem gelöst und nicht mehr über
die Trennkabel.
Das ist innerhalb einer Minute erledigt und natür-
lich hat man auch weiterhin ein Trennsystem, um
im Falle eines Falles fix die Arme frei zu haben.
Das neue System legt das Trennkabel an den
Armzipper ran und verhindert somit eine gewellte
und unterbrochene Innenseite des Flügels. Auch
hier freud sich die Aerodynamik und garantiert
einen besseren Luftsrom am Flügel.

 

Suit aufs Gurtzeug legen, zipper öffnen… Beingurte durch stecken….

 

Zipper schließen…..fertig Trenngriff für den Arm, gut zu erreichen und im sichtbaren Feld.

 

Zu meinen ersten Testsprüngen möchte ich folgendes sagen.
Die übergroßen Flügel und die verlegte legpouch ließen mich schon ordentlich Respekt vor dem ersten
Sprung haben. Ich rechnete damit dass die neuen Größendimensionen flattern werden und schlagen und man
erstmal ein neues Gefühl für die Flügel bzw. für die zu fliegende Position im Suit finden muß. Ich dachte, mir
werden mordsmäßig die Arme lahm und alles zerrt an mir rum.
Aber alles das muß ich an dieser Stelle komplett verneinen! Durch die geschlossenen Kammersysteme der
Flügel bauen sie so viel Druck auf, daß einem das Halten sehr einfach gemacht wird!

 

Die Sticks an den Armflügeln sind so angebracht,
daß sie weit im Handballen beginnen und der Druck
sich somit über die ganze Hand verteilt. Da muß
niemand im Winter schonmal mit einem
Fingertraining beginnen!
Der Suit fliegt sich unglaublich einfach und stabil.
Fast wie auf Schienen zieht er dahin und bringt weit-
aus mehr lift als seine beiden Vorgänger V1 oder V2.
Im speed erscheint die V3 zunächst etwas gemäßigt,
was sich aber durch ein minimal steileres fliegen
leicht bestimmen läßt. Der etwas nach hinten ver-
legte trim des suits macht aber schnell eines klar,
hier geht es um speed. Also Kopf runter und laufen
lassen!
Nachdem ich etliche Scheingriffe gemacht hatte
und mich schon den halben Flug auf die verlegte
legpouch konzentrierte, verlief auch der pitch wie
immer.
Dennoch bleibt gerade hier die Empfehlung sich im
Kopf sehr mit der neuen Position auseinander zu
setzen, Scheingriffe zu machen,

und bei den ersten Sprüngen unbedingt Extrahöhe für die Schirmöffnung gönnen. In der Ruhe liegt die Kraft,
also nicht hektisch agieren, sondern wie immer auf eine saubere symetrische Öffnungshaltung achten. Die
nochmals größeren Flügel birgen natürlich auch mehr Gefahr sich ordentliche linetwists ein zu fangen.

Letztlich bleibt zu sagen, daß dieser Suit auch wenn er sich einfacher fliegt als erwartet kein Modell für Anfänger ist, sondern nur für den wirklich erfahrenen Wingsuitpiloten! Man sollte sich also den nötigen backround schaffen bevor man sich einen solchen Suit kauft!
Für mich ist das aber das ultimative Spielzeug, das momentan von nichts getopped wird und er hat alle meine Erwartungen weit übertroffen!

Für Interessenten werden wir neben allen aktuellen Suits von Phoenix-fly auch eine V3 im pool des Phoenix-
fly Centers, in Gransee, als Demosuit haben. Also einfach anmelden und Probespringen.

 

Sofern Fragen offen sind, stehe ich gerne unter mirko[at]phoenix-fly[dot]com zur Verfügung.

 

Mirko Schmidt
PFI/E Europe

 

 

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